Samstag, 1. Oktober 2016

Wieso für uns Kinder, Gott und Nachhaltigkeit zusammen passen! - Drei Themen, Ein Blog


Die Idee ein Blog zu schreiben hatte ich schon vor zwei Jahren am Anfang meines Mama-Daseins. Ich las viel in Blogs und Gruppen und war fasziniert von dem Wissen, welches ich dort so liebevoll aufbereitet bekam und ich war fasziniert von dem Gedanken auch etwas zu schreiben, denn das habe ich schon immer gern gemacht. So viele gute Eltern-Blogs habe ich kennen und lieben gelernt und genau das war der springende Punkt: den Bedarf mich auch in die Riege der Elternblogger einzureihen sah ich nicht wirklich. Mein innerer Wunsch ist eigentlich bis heute, diese tollen Blogs noch viel bekannter zu machen und bei Gelegenheit stelle ich euch gern mal vor, welche ich so lese :)
  
Mit der Gründung von Herzensbande kam die Idee dann wieder, insbesondere weil wir auch hier in Dresden Dinge anschieben und Eltern vor Ort beraten und informieren wollen. Immer wieder beobachte ich (oder Yvonne berichtet mir davon) auf öffentlichen Plätzen wie Spielplatz, Fußweg, Supermarkt Szenen, welche mir zeigen: es braucht noch mehr Umdenken im Umgang mit Kindern, es braucht mehr Möglichkeiten für Informationen und Unterstützung, um Eltern Impulse für liebevolle und gleichwertige `Familienbeziehungen` zu geben. Ich möchte es Familienbeziehungen nennen, da es für mich alle Beziehungen in der Familie betrifft und für mich das Gegenteil von Kindererziehung bedeutet. Denn Kindererziehung richtet den Blick nur auf das Kind. Das Kind ist aber kein Objekt oder Projekt, das man nach seinen Wünschen formen kann. Es ist ebenfalls ein Mensch mit Persönlichkeit, Temperament, Auffassungen und Meinungen. Außerdem sind alle Beziehungen wechselseitig. Bei Verhaltensauffälligkeiten kann man das wunderbar beobachten: sie treten meist auf, weil die Kinder ihre Eltern mit ihrem Verhalten spiegeln (in Mimik, Gestik, Bewegung, Wortwahl etc.) oder weil eben keine wirkliche Beziehung stattfindet und sie versuchen diese damit einzufordern.

Familienbeziehungen sind wechselseitig, gleichwertig, `bedürfnisgerecht` (heißt jedes Bedürfnis ist ernst zu nehmen) und vor dem Gesetz ist jedes Familienmitglied, also auch Kinder, vor physischer und psychischer Gewalt zu schützen. In der Öffentlichkeit haben wir beobachtet, wie Kinder angeschrien, mit Stöcken geschlagen, geschüttelt, ignoriert, angelogen, mit Süßigkeiten ruhig gestellt und als nervig oder dumm vor anderen dargestellt wurden. Manchmal gruselt es mich richtig. Kinder werden von vielen immer noch nicht als Mensch wahrgenommen, sondern sie rangieren irgendwo knapp drunter unter der Würdeeinstufung. Die Sicht auf Kinder als kompetent und gleichwertig wird zum Glück durch Autoren wie Jesper Juul, Katia Saalfrank, Nora Imlau und viele viele Eltern-Blogger in die Welt getragen, aber sie ist noch längst nicht in allen Breiten und Generationen der Gesellschaft angekommen. Dazu möchten wir etwas beitragen. Mit unserer Arbeit in Beratungen und Gruppen und auch über den Blog. Denn jeder Artikel erreicht wieder neue Eltern. Auch ich bin Stück für Stück zu dieser Haltung gekommen und habe andere ein Stück des Weges mitgenommen und diese geben es wieder weiter und weiter…bis vielleicht eines Tages alle erreicht sind!

Aktuell wurde die Blogidee zusätzlich durch ein Thema in einer Facebook-Gruppe, in der Yvonne und ich Mitglied sind, angestoßen. In der Gruppe geht es darum, Kinder nicht klassisch zu erziehen, sondern Beziehung zu leben und ihnen als vollwertige Menschen auf Augenhöhe mit all ihren Bedürfnissen und nicht immer nachvollziehbaren Handlungen zu begegnen. Dort entstanden schon öfter Gespräche über die Vereinbarkeit dieser Haltung gegenüber Kindern und Religion. Auch für uns stellt sich diese Frage, denn wir beide glauben an Gott und lassen uns von seiner Liebe in den täglichen Herausforderungen, gerade als Mama, unterstützen. Wir leben mit unseren Kindern gleichwertig, bedürfnis- und beziehungsorientiert. Ist das ein Widerspruch? Wenn wir auf Jesus schauen, sehen wir da einen Mann, der genauso auf Augenhöhe und mit bedingungsloser Liebe agiert hat oder sollten uns die strengeren „Erziehungsaufträge“ in der Bibel Vorbild sein? Diese spannenden Fragen wurden in der Gruppe diskutiert und sie bewegten auch uns. Ich habe für mich einen Weg gefunden beides wunderbar zu vereinen, weil ich schon immer sehr beziehungsorientiert und offen in meinem Glauben und als Mensch bin. Trotzdem gibt es diese widersprüchlichen Bibelstellen, Diskussionen und Ansätze und sie können verunsichern. Im Blog möchte ich mich auch mit diesem Thema auseinandersetzen. Dabei sehe ich mich weniger als Expertin, sondern als Interessierte, die sich auf den Weg macht beziehungsorientierte Elternschaft und Glaube zu betrachten.

Was mich zusätzlich noch motiviert, sind eigene Beobachtungen und Gespräche mit anderen Christen über Erziehung, Strenge und auch die Zustimmung für körperliches Eingreifen gegenüber Kindern. Letzteres ist für mich und auch per Gesetz in Deutschland inakzeptabel. Es schädigt unsere Kinder. Wo bleibt da die bedingungslose Liebe, die Gott uns entgegenbringt? Das Thema reist mich mit und ich habe angefangen ein wenig zu recherchieren und auch im Internet und in Artikeln immer wieder die Verbindung zwischen christlichem Glauben und Strenge, Gehorsam und Züchtigung gefunden. Das macht mich traurig. Zudem drehen sich ganz viele Bücher, Artikel oder auch Unterstützungen für Eltern darum, wie Kinder christlich erzogen werden können. Dies widerspricht ebenfalls meiner Auffassung im Umgang mit Kindern: Wir formen die Kinder nicht. Bereits Maria Montessori (ebenfalls gläubige Christin) erklärte, dass wir unsere Kinder lediglich darin begleiten und helfen, sich zu offenbaren und selbstständig genug zu werden, um ihre Persönlichkeit zu entfalten und fit fürs Leben zu werden. Wir können den Kindern unser Leben zeigen, unsere Interessen und auch unseren Glauben. Aber zum Glauben erziehen? Teilhabe ist auch für Montessori der Schlüssel zur "religiösen Erziehung". Das heißt eben nicht, dass ich mein kleines Herzmädchen nicht auch mit zum Gottesdienst nehme oder Feste begehe. Aber wie bei allem, hat sie auch die Freiheit Nein zu sagen, so wie sie vielleicht auch nicht unbedingt die Schachleidenschaft ihres Papas weiterführen wird…das werden wir sehen. Und genau das finden wir als Elternpaar gut: wir sind gespannt darauf, wie sie sich entwickelt!

Ihr merkt, Kinder sind mir sehr wichtig. Yvonne und ich sehen unsere Liebe zu Kindern als den Schlüssel zu unserer Arbeit und somit auch zu unseren Blogthemen: beziehungsorientierte Elternschaft, Nachhaltigkeit verbessern, mit Gott wachsen. Sie spornt uns an, uns mehr und mehr mit kindgerechten und liebevollen Wegen zu beschäftigen. Sie spornt uns an, uns mehr mit Nachhaltigkeit zu beschäftigen, denn wir möchten unseren Kindern am liebsten eine gesunde Umwelt zurücklassen und das beginnt beispielsweise schon mit Müllreduzierung in Form von Stoffwindeln. Sie spornt uns an, Gottes bedingungslose Liebe noch mehr zu verstehen, weiterzugeben und dadurch geduldiger bedürfnisorientiert zu handeln. Wir fragen uns, wo geht es hin mit unserer Welt. Für und mit unseren Kindern wollen wir die Welt verbessern, mit Herz, mit Liebe und mit Glauben.

Eure Anne


PS: Im nächsten Artikel möchte ich euch ein paar Ideen für eine leichtere Eingewöhnung in Krippe bzw. Kindergarten vorstellen. Wenn euch mein Artikel gefallen hat, freue ich mich über ein Like :)

Kommentare:

  1. Liebe Anne!
    Vielen Dank für den Artikel!
    In der SS mit meiner Tochter dachte ich noch:
    "Hoffentlich schläft das Baby gleich in seinemeigenen Bett."
    Dann kam sie und das Stillen nachts war so einfach im Familienbett.
    Mein Mann hatte zunächst Bedenken Sie im Schlaf zu erdrücken, aber kurz darauf genossen wir das gemeinsame Schlafen in vollen Zügen.
    Als unser Fräulein Freundlich dann in einem ihrer ersten Schübe steckte entdeckte ich "Das gewünschteste Wunschkind".
    Sofort war ich Feuer und Flammen und konnte auch meinen Mann begeistern.
    Nach und nach lernten wir mehr über AP bzw unerzogen.
    Dabei ist das Buch von Alfred Kohn immer wieder eine "Offenbarung".☺
    Nun ist Fräulein Freundlich schon bald 15 Monate und ein super freundliches, offenes und ausgeglichenes Kleinkind das immer noch�� bei uns schläft.
    Jeden Tag sind wir unendlich dankbar über dieses wunderbare Geschenk Gottes und hoffen dass wir sie noch lange begleiten und uns an ihr erfreuen dürfen.

    Wenn wir z.B. vor dem Essen beten dann darf sie mitbeten oder sie mag eben nicht.��
    Ab wann habt Ihr denn Euren Kindern von Gott/Jesus erzählt?
    Bzw. Kinderbibel angeschaut?

    Und seid Ihr in einem (christlichem) Forums unterwegs wo Ihr Euch austauschen könnt?

    VlG und ein erholsames Wochenende wünscht Euch Corinna!
    BB!

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    1. Liebe Corinna,

      manchmal wundere ich mich über das Programm bei Blogger: ich habe deinen herzlichen und interessanten Kommentar gerade erst sehen können :) Ich danke dir für deine lieben Worte und deine Erfahrungen auf deinem bedürfnisorientierten Weg!

      Das Herzmädchen wurde mit einem Jahr gesegnet und hat da eine wunderschöne Kinderbibel mit ganz vielen Klappen von ihren Patentanten bekommen und wie bei allen anderen Büchern lesen wir daraus vor, wenn sie es möchte. Ansonsten bekommt sie mit, wenn wir uns darüber unterhalten oder ich mal mit ihr zum Gottesdienst gehe (das kommt bei mir aber leider gerade etwas zu kurz aufgrund von Arbeit und Fortbildung) und wir haben schon sehr lange einen hübschen Spruch vorm Essen mit Klatschen, den mag sie sehr gern :)

      Yvi und ich sind online noch in zwei Gruppen zum Glauben: Mit Gott aufwachsen und Religion und unerzogen bei Facebook, da gibt es ein wenig Input.

      Ich wünsche dir und deiner Familie ein tolles Wochenende!

      Liebe Grüße, Anne.

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