Donnerstag, 10. November 2016

Von Ansprüchen, Krankheit, Gemecker und Herbstbastelei



Mein Kalender platzt aus allen Nähten, eigentlich wollen wir morgen übers Wochenende wegfahren und ich schleppe mich krank durch den Tag. Ihr werdet die Erfahrung bestimmt mit mir teilen: Kind krank, selbst krank und die eigenen Ansprüche im Nacken.

Diese Stimme, die mir die ganze Zeit sagt, was ich noch alles schaffen wollte, machen sollte und müssen müsste. Seit im September das Matschwetter angefangen hat, wechseln sich die Gesund- und Krankheitswochen bei uns ab. Für den Aufbau meiner Selbstständigkeit mit Webseite, Blog und Angeboten bedeutet das immer nur stückchenweise und mit den täglichen Aufgaben voran zu kommen. Ich bin ja eher der strukturierte Typ und will gern auch mal etwas vorarbeiten und die Prozesse verbessern – da muss ich mit Kind wohl umdenken!

Das eigentliche Problem zurzeit ist, dass mein Notfallplan bei Kind-Krank nicht mehr funktioniert. Das hieß nämlich Arbeiten (bzw. auch mal ausruhen, wenn ich selbst krank bin), wenn das Herzmädchen Mittagsschlaf macht oder abends schon eher im Bett ist. Leider findet sie das Konzept von einem Tag auf den anderen gar nicht mehr gut. Sie schläft nicht oder spät. Was im Endeffekt bedeutet, dass ich kaum etwas schaffe oder dann auch einfach erschöpft mit schlafe, um gesund zu werden.

Hofft ihr bei solchen Veränderungen auch immer, dass es nur eine Phase ist? Denn immer wenn sie fast eingeschlafen ist, setzt sie sich hin, ist hellwach und legt wieder los – uff! Die letzten zwei Tage ist sie dann spät nachmittags aufrecht sitzend und total erschöpft in unserem nicht verstellbaren Buggy eingeschlafen. Da habe ich mir dann wenigstens in Ruhe einen Tee beim Bäcker um die Ecke gegönnt. Denn eins war bitter nötig: mal durchatmen.

Wie schnell ich in den letzten Tagen die Geduld verloren habe und überhaupt nicht die Mutter war, die ich gerne sein will, zähle ich lieber nicht. Stress, Kranksein, kaum Pausen, diese vielen drängenden Aufgaben, aber vor allem meine eigenen Ansprüche haben sich mal so eben eins zu eins aufs Familienleben umgeschlagen. Ich konnte mich quasi selbst dabei beobachten, wie all meine sonstigen Strategien flöten gingen, da half auch mein sonst gut verwurzeltes Gottvertrauen nicht. Krank sein ist doof, fürs Kind erst recht und das Herzmädchen hat dann fachliteraturmäßig mein Verhalten gespiegelt – was im Endeffekt bedeutete, dass alle genervt waren.

So geht es nicht. So will ich das nicht. Vorgestern habe ich dann meinen Terminkalender Terminkalender sein gelassen und das Handy zur Seite gepackt. Das tat gut. Ich kann mich nicht zerteilen. Ich brauchte Ruhe und mein Kind Zuwendung. Also haben wir spontan gebastelt und darin Freude gefunden. Man da hätte ich eher drauf kommen können: die einfachen Dinge haben oft die beste Wirkung!

Nachdem wir so unsere Familien“mitte“ wiedergefunden hatten und ich ihre Nicht-Schlaf-Wünsche annehmen konnte, brauche ich jetzt „nur“ noch eine neue Strategie fürs Arbeiten. Momentan ist Papa meine Strategie (aber eine Stunde am Tag ist etwas wenig), denn trotz allem wollte ich euch heute wenigstens einen kleinen Blogeintrag dalassen.

Wie macht ihr das? Wann arbeitet/erledigt/macht ihr euch wichtige Dinge mit älteren oder nicht-schlafen-wollenden Kindern? Wie übersteht ihr solche anstrengenden, Kräfte zehrenden Zeiten?

Mit Blick auf die wirklich wichtigen Dinge im Leben wünsche ich euch ein schönes Wochenende in Familie J

Eure Anne                                                                                                                                                                                   


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