Montag, 8. Mai 2017

Eltern nach dem Herzen Gottes - Glaube mit Kindern im Alltag (Rezension IV )

#bedürfnisorientiert #BeziehungstattErziehung #unerzogen
#Religion #Glaube #christlich

Fotografie: unsplash/ pexels




In diesem vierten und letzten Teil meiner Rezensions-Reihe geht es darum Glaube praktisch und alltagsnah mit Kindern zu leben und wie dies gelingen kann.

Besonders schön fand ich beim Zuhören, dass Johannes Hartl betont, dass Kinder von Anfang an geistliche Wesen sind und auch geistliche Dinge wahrnehmen könne. Sie haben laut ihm von Beginn an ein Gespür für Gutes und Schlechtes und merken wie authentisch Glaube in der Familie gelebt wird. Gehen die Eltern nur pro forma am Sonntag in den Gottesdienst oder gibt es jeden Tag ein Geistliches Leben in der Familie.

Wie in allen Bereichen von "Erziehung" und dem Zusammenleben in der Familie ist eben auch hier Authentizität das wichtigste, denn nur dann werden sich Kinder meiner Ansicht nach Glaube und dem Interesse für Bibelinhalte öffnen. Und so ist für mich auch am Ende der Vortragsreihe klar, was für mich schon vorher klar war, nämlich dass wir als Eltern echt und kommunikativ leben sollten und nicht mit Zielen, damit sich unsere Kinder in die und die Richtung entwickeln.

Hartl beschreibt, dass in seiner Familie alle voneinander lernen, die Kindern von den Eltern und die Eltern von den Kindern. Familie ist für ihn der Weg gemeinsam zu lernen. Jeder verkündet das Evangelium und spricht über seinen Glauben.

Der Pastor sieht den biblischen Auftrag Kinder zu erziehen darin, sie nicht zu konditionieren, sondern für ein "Leben im Licht" zu ermächtigen. Kindern also klar zu vermitteln, dass es immer die Wahl zwischen Licht und Schatten gibt. Leben im Licht bedeutet für ihn, dass es ok ist Gefühle wie Ärger und Wut zu spüren, aber sich der Frage zu stellen, wie man damit umgeht. Fragt man sich, was Gott möchte und wählt den Weg der Gemeinschaft und der Vergebung oder nicht. Es gehe nicht darum, das Kinder immer brav sind, Gefühle dürfen sein und so können Kinder Entscheidungen-treffen lernen.

Er betont auch, dass Kinder von unseren Fehlern lernen. Je offener wir mit diesen umgehen und auch vor unseren Kindern beten, Buße tun und um Vergebung bitten, desto mehr kann ein Kind daraus lernen.

Wir können keine perfekten Eltern oder Mütter sein. Das kann nur Gott als Vater schaffen. Wir sind Menschen mit Fehlern wie jeder. Probleme entstehen erst, wenn wir unsere Fehler verstecken und uns der eigenen Entwicklung entziehen, weil wir denken wir müssen unseren Kinder ein perfektes Vorbild sein.

Hartl spricht also davon, Kinder mit einzubeziehen, sie als Menschen mit einem eigenen Glauben von Anfang an wahrzunehmen, authentisch den eigenen Glauben vorzuleben und das im Alltag als Familie zu leben. Genau das finde ich wunderbar.

Für ihn ist es sinnvoll, mit Kindern auf Gottes Stimme zu hören, zu beten über die Bibel zu sprechen. Jesus geht davon aus, dass jeder Gottes Stimme hören kann und Kinder haben diese Fähigkeit. Ganz alltagsnah könnte man in einer Konfliktsituation mit dem Kind direkt schauen, was ist jetzt passiert, was wäre eine Lösung, die unserem Glauben gerecht werden würde. Mit dem Kind hinzuhören, was Gott spricht und auch die Eindrücke oder Bilder, die das Kind wiedergibt ernst zu nehmen.

Wichtig ist Johannes Hartl dabei, dass alles ohne Druck, einfach spielerisch und natürlich im Alltag passiert. Kinder sind dafür offen. Bereits einen Säugling kann ich in mein Gebet einbinden, auch für ihn beten oder segnen oder auch positive Eigenschaften zusprechen. So sind alle Familienmitglieder von Anfang an eingebunden.

Wie bereits zu Beginn geschrieben ist es bedeutend, ob Glaube und vor allem Gebet "nur" im Gottesdienst stattfindet oder auch jeden Tag zu Hause. Er meint, dass es in unserer Kultur sehr verbreitet ist Dinge zu trennen. Das geistliche Leben in der Kirche und im Familien- und Berufsleben ist es nicht zu finden. Er fragt den Zuhörer ganz klar: Segnest du deine Kinder bevor sie in die Schule gehen? Betest du mit und für deine Kinder? Lässt du auch deine Kinder bewusst für Probleme beten?

Kinder können durch Gebet enorm viel bewegen und so kann auch die Familie (im Glauben) zusammenwachsen. Seine Kinder haben mal monatelang für einen richtig tollen Sommerurlaub gebetet, da sie als Familie von Spenden leben und haben wirklich einen super Sommerurlaub auf den Seychellen verbringen können. Kinder haben Glauben und können beten, das baut sie auf, wenn sie merken, dass sie darin ernst genommen werden und etwas bewirken können und damit zum Beispiel auch für ihre Eltern beten können.

Als einen weiteren wichtigen Punkt spricht Hartl Familienfeste und Rituale an. Bereits in der Schöpfung hat Gott die Lichter der Sterne als Punkte zur Bestimmung der Festzeiten erschaffen und somit diesen Tagen einen wichtigen Stellenwert eingeräumt. Und Kinder lieben solche stetig wiederkehrenden Tage und Strukturen. Gebete, Rituale und feste Familienzeiten geben Kindern Halt und bietet das Erlernen des Unterschieds zwischen Dringendem und Wichtigem. Vieles was wichtig ist (wie Beziehungspflege) wird nie dringend. Daher ist die Umsetzung des Wichtigen durch Mama und Papa so wichtig für Kinder, gerade auch mal in Form von exklusiver Zeit bei mehreren Geschwistern.

Unsere Handlungen zeigen so die Liebe zu unseren Kindern, aber noch mehr zeigen Worte Liebe. Denn Liebe, die nicht spricht, ist Liebe, die nicht ankommt. Kinder müssen hören, dass sie geliebt werden und auch wie wir unsere Kinder sehen (kreativ, mutig, wertvoll...). Das hat eine große Kraft und bewegt viel in ihnen. Da kann ich Johannes Hartl nur zustimmen, denn es ist bewiesen welche Macht Worte haben und wie positive Gedanken und physischen und psychische Gesundheit und auch die unserer Kinder beeinflussen können.

Jesus hat uns den Umgang mit Kindern vorgemacht, denn für damals ungewöhnlich ist er sehr nett und liebevoll mit Kindern umgegangen, hat sie in den Arm genommen. So können wir von Gott/ Jesus viel über den Umgang mit Kindern lernen.

Mit diesen Worte schließe ich meine Rezension-Reihe, die ein spannender Exkurs für mich war und einige interessante Gedanken und Anstöße zurücklässt.

Hier nochmal der Link zum Reinhören:


Eure Anne






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