Sonntag, 17. Dezember 2017

Interview mit Kerstin vom Blog "Chaos²"







Liebe Kerstin,

ich freue mich, dich als Bloggerin und einzige Zwillingsmama hier in meinem Herzensbande-ADVENTskalender dabei zu haben! Ich mag deine mit Leichtigkeit und Humor geschriebenen Texte und auch deine Selfies auf dem Blog lassen eine gewisse Selbstironie vermuten ;) – wahrscheinlich auch ganz gut als Mama von drei Rackern. Als werdende Zwillingsmama bin ich selbst besonders gespannt auf einige Antworten (vielleicht geben sie mir schon einen kleinen Einblick in unsere Zukunft). Ich danke dir ganz herzlich für deine Zeit!


Mittlerweile ist die Weihnachtszeit im vollen Gange, heute ist der 3. Advent: also noch eine Woche bis Weihnachten. Daher meine Frage: lässt du dich stressen oder fährst du im Dezember bewusst einen „Gang herunter“? Was empfindest du als das Schönste an der Weihnachtszeit?

Ich lasse mich nicht stressen. Das habe ich definitiv abgelegt. Es gelingt mir nicht immer perfekt, darüber hinweg zu sehen, dass Dinge liegen bleiben. Aber grundsätzlich mache ich eher langsam und vor allem nur das, was ich machen möchte oder unbedingt MUSS.
Ich liebe die Adventszeit und mag auch gewisse Traditionen. Dieses Wochenende haben wir zum Beispiel gemeinsam mit Oma und Opa den Tannenbaum im Wald geschlagen. Das ist immer ein sehr schöner Nachmittag mit Ponyreiten für die Kinder und Glühwein für die Erwachsenen. Es macht uns Freude.

Und was ist das Schönste für deine drei Kinder?

Oh was ist das Schönste an Kindern? Die Anzahl ist vermutlich recht wurscht. Ich wollte irgendwann immer mal Kinder haben und konnte mir nie vorstellen, dass es ein Einzelkind würde. Das erschien mir schrecklich einsam.
Ist es auch dann nicht, dafür hat unser Sonnenschein gesorgt und direkt eine Zwillingsschwester eingepackt. Es ist wundervoll, Geschwister zu haben. Ja, die nerven total und nehmen einem auch was weg und sind überhaupt oft blöd. Aber sie sind da, wenn man traurig ist, wenn man hingefallen ist, wenn einen jemand ärgert. Sie spielen mit dir und sie produzieren mit dir eine Lautstärke, dass deine Eltern kein Radio mehr ertragen können seit Jahren.
Aber dafür haben wir einen wundervollen Chor aus drei Engelchen daheim, die schöne Weihnachtslieder trällern. Jedes Kind ein anderes. Alle gleichzeitig. Aber ist das nicht toll?

Würdest du sagen, dass Weihnachten mit Zwillingen anders ist oder andere Herausforderungen mit sich bringt als mit „Einzelgeschwistern“? „Muss“ man alles doppelt kaufen?

Uff, da habe ich keine Ahnung. Ich habe ja jetzt auch ein theoretisch einzelnes Exemplar, praktisch ist der übrigens auch ein alleingeborener Zwilling und zweitens ein drittes Kind. Ich habe keine Erfahrung, wie das so mit EINEM Kind wäre.
Aber die drei bekommen unterschiedliche Sachen. Vermutlich so, wie sie sich das als einzelne Geschwister gewünscht hätten. Eher muss ich darauf achten, dass der Krümel auch ein Feuerwehrauto hat, damit er nicht ständig das des großen Bruders klaut.
Im Adventskalender ist aber täglich dreimal das Gleiche.

Was gibt es an Heilig Abend bei euch zu essen? Deftiger Braten oder Kartoffelsalat mit Würstchen?

Wir sind uns noch nicht einig. Aber Kartoffelsalat wird es eher nicht. Irgendwas leckeres, was wenig Aufwand bedeutet bzw. am Morgen vorbereitet werden kann. Letztes Jahr gab es Schweinefilet in Bresso-Soße, das man morgens vorbereiten und abends nur noch in den Ofen schieben muss. Dieses Jahr hat der Traummann Gulasch vorgeschlagen, welchen wir dann auch morgens ansetzen und abends aufwärmen würden. Mal schauen.

Nach den Feiertagen steht bald das nächste Fest an: Silvester. Wie feierst du am liebsten – im kleinen oder großen Kreis?

Ich mochte immer richtige Partys. Habe ich aber selten gefeiert. Wir sind auch schon einmal spontan abends nach Berlin, haben am Brandenburger Tor gefeiert und sind in den Morgenstunden per ICE zurück. Aber das war VOR den Kindern.
Seither haben wir immer nur mit wenigen Freunden dann bei uns gefeiert. Letztes Jahr war sehr besonders. Da über die Feiertage alles schief lief, haben wir Silvester Weihnachten mit der Familie gefeiert und sind anschließend früh ins Bett. Unser Winter war ziemlich ähm naja besonders... 

Wenn du auf dein Jahr 2017 zurückblickst, was sind deine Höhepunkte im Familien- und Bloggerleben? Was fällt dir zuerst ein?

2017 war von vorne bis hinten beschissen. Das tut mir sehr leid, dass so zu bilancieren, zumal ich eigentlich mal als ein sehr positiver Mensch galt, aber es ist die Wahrheit. Familiär war 2017 durch Krankheiten bestimmt. Wir lagen in 3 verschiedenen Kinderkliniken. Mit einem Kind über Monate. Wir hatten furchtbare Sorgen.
Ich hatte Anfang des Jahres eine Lungenentzündung, die ich ziemlich verschleppt habe. Und nun im Oktober lag ich fast den ganzen Monat über stationär wegendiverser neurologischer Probleme. Das hat unser Jahr geprägt. Wir sind müde und geschafft.
Das Blog spiegelt dies wieder. Bis zum Sommer hatte ich kaum 14 Tage am Stück drei gesunde Kinder bzw. eine normale Betreuungssituation. Wir waren im permanenten Ausnahmezustand und so blieb keine Zeit fürs Blog. Entsprechend darf man dort nicht auf die Zahlen schauen, die liegen ungefähr bei der Hälfte von 2016. Wenn überhaupt.
Und ja, das hat mich stellenweise frustriert. Nicht die Zahlen. Aber diese mangelnde Zeit für eines meiner liebesten Dinge. Ich liebe es zu schreiben und ich hatte so viele wunderbare Ideen... Wenigstens habe ich dann ganz trotzig das Ding neu aufgesetzt und umbenannt. Seitdem ist es eine üble Baustelle, für die ich vielzu wenig Zeit habe. ;-) Aber ich mags. 

Hast du schon neue Vorsätze oder Projekte für das neue Jahr, an denen du gerne arbeiten würdest und wenn ja, welche?

Fürs Blog? Nein.
Ich habe soviele Pläne über den Haufen geworfen, ich mache keine mehr. Schreiben will ich. Schreiben. Schreiben. Und Texte verfassen.

Was hast du gedacht als du damals erfahren hast, dass du mit Zwillingen schwanger bist?

Ich habe pures Glück empfunden. Beim ersten und beim zweiten Mal. Es hat sich einfach richtig angefühlt. 


Was hast du als „Wichtigstes“ von deinen Eltern bis heute mit ins Erwachsenenleben mitgenommen?

Ui... da habe ich noch nicht drüber nachgedacht. Dass Familie wertvoll ist? Sie gibt mir Sicherheit und Halt. Bis heute. Damit meine ich nicht nur meine Eltern, sondern auch meinen Bruder.
Ich habe da ein ziemlich ausgeprägtes Urvertrauen, obwohl ich quasi nicht gestillt und ganz sicher nicht getragen wurde.

Zum Abschluss noch eine praktische Frage: Was ist deine schlagfertigste Antwort auf: „Zwillinge? Puh, das ist bestimmt viel Arbeit!“?

„Nein, wo denken Sie hin? Säuglinge versorgen sich doch immer quasi von selbst!“
Ach ich weiß es nicht. Ich habe das ein wenig verdrängt. Die Zeit mit diesen Sprüchenwar nervig,   aber seien wir doch mal ehrlich: Babys und auch größere Kinder machen IMMER Arbeit. Wie blöd ist denn dann die Frage, ob zwei Kinder Arbeit bedeuten würden?
Wobei Arbeit an der Stelle ein unpassendes Wort ist...
Zwillinge machen übrigens nicht unbedingt doppelt soviel Mühe. Es gibt auch Einzelkinder, die einen auf Trab halten für fünf. Manches machen Zwillinge sogar leichter, denn sie sind eben nie allein. Zudem wickelt man doch eh gerade ein Kind, da macht ein weiteres keinen großen Unterschied. Man schläft eh bescheiden wenig, wenn man einen Säugling daheim hat. Es ist auch recht egal, ob man einen Kinderwagen mit zwei oder einem oder drei Kindern schiebt. Klar ist es ungemütlich Tandem zu stillen, aber auch das geht.
Zwillingseltern können das. Die schaukeln das schon mit dem doppelten Glück.


Kerstin

Ich danke dir für deine Zeit  und wünsche dir wunderschöne, besinnliche Weihnachten mit deiner Familie und vor allem ein besseres und wundervolles Jahr 2018 J

Alles Liebe, Anne.


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