Donnerstag, 20. Oktober 2016

Lass mich wie ich bin - Rahmengedicht von Cornelia Voigtmann

Lass mich wie ich bin

Du hast mich geboren, um mich zu kriegen
kaum kann ich reden, versuchst du mich zu verbiegen
Sag ich dir, was ich fühl,
ziehst du erst deine Sichtweise ins Kalkül
Muss ich weinen und es ist dir gerade nicht recht,
sagst du, an der Stelle ist es jetzt aber schlecht

hab ich eine Meinung ganz sicher und fest
betonst du deine Erfahrung und erledigst den Rest
ist mir im Inneren nach einem klaren Nein
bist du erschrocken und sagst, das ist nicht fein
Ist  mir nicht danach mich verlogen zu bedanken
empörst du dich und weist mich in die Schranken
hab ich mir dann passendes zum Freunde gewählt
der ist nicht recht für dich, wird mir dann erzählt
Vielleicht ist es dir wichtig, dass ich schon unendlich viel kann
So meldest du mich an beim Reiten, Chinesisch, Kong Fu und Sangan

So hast du immer einen Plan für mich
Da ist die Frage, trifft er wirklich mein Ich?

So bring mich zur Welt, um mich zu kriegen
schenkt mir Vertrauen, denn so kann ich siegen
Unterstützt mich in meinen Gefühlen
so mahl ich bestes Korn in meinen Mühlen
Steh hinter mir, wenn ich mutig sage „Nein“
so lern ich zu sorgen für mein kraftvolles „Sein“
Schau mich an und überlege wer ich bin
so finde ich leichter im Leben meinen Sinn
was dir wichtig, mach mir vor in deinem Leben
so kann ich glücklich nach einem sinnvollen „Mein“ streben

So haben wir alle einen Gewinn


Fotografie: Anja Steffens


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